Covid is(s)t Kunst

Die Ausstellung findet in den ersten zwei Augustwochen in dem Ausstellungsraum der Gruppe Elf, Velsstrasse 19 in Altenbochum statt. Infos und Fotos der Ausstellung folgen. Die Bildergalerien werden noch erweitert.

Die Werke der Ausstellung sind gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NordrheinWestfalen

('Auf geht's). Das Konzept zur Ausstellung finden Sie nach den Bildergalerien.

Arbeiten von Silvia Szlapka

Arbeiten von Simone Neumann-Salva

Chapel of health und Thinking thinking you should try

Family / What if

Digitale Zeichnungen und Bilder- Cryptoart (NFT's)

 

Covid is(s)t Kunst - Ausstellung

 

 

Ziel des Projekts ist die Erschaffung einer Rauminstallation als Zukunftswerkstatt, in der bedrohliche Szenarien simuliert, aber auch auf ihre positiven Effekte untersucht werden. Als begehbare, erlebbare und veränderbare Mind-Map aus Gemälden, Klanginstallationen, aus textiler Kunst und Videos lädt sie Nutzer:innen von nah und fern zur Teilhabe ein.

 

Durchführung
In der ersten Phase haben wir die Visionen/Albträume von Künstler:innen im nahen Umfeld (NRW) und der digitalen Kunst-Community @alienarthive (global) sammeln wollen. Hierbei wollten wir auf die starke Vernetzung Szlapkas mit Künstler*innen des Ruhrreviers zurückgegriffen, ergänzt durch die Multimedia-Künstlerin Neumann-Salva, die seit mehreren Jahren aktiv in den blockchain-basierten Kunstplattformen @alienarthive und @needleworkmonday agiert.

Ziel: Welche kollektiven Bilder der Angst oder Hoffnung gibt es? Welche Lösungen können Künstler:innen anstoßen?

 

 

Ergebnis im Vergleich

Durch die Beschränkungen des langen Lockdowns war eine face-to-face Befragung der befreundeten Künstler:innen erschwert. So waren wir hauptsächlich auf digitale Kontakte angewiesen. Auch hatten wir nicht damit gerechnet, dass die Beteiligung der kontaktierten Künstler:innen so gering ausfallen würde. Mehrheitlich waren kontaktierte Künstler:innen  mit existenziellen Sorgen beschäftigt und hatten kaum noch Kapazitäten, sich um weitere Projekte zu kümmern.

Die Antworten, die wir sammeln konnten, waren dafür faszinierend in ihrer Unterschiedlichkeit und haben uns nochmal ganz andere Perspektiven im Erleben der Pandemie aufgezeigt. Vor allem, da sich auch Künstler:innen aus anderen Kontinenten beteiligt haben.

Entstanden sind visuelle Übertragungen des eigenen Erlebens und der Erlebniswelten der befragten Künstler:innen im Bereich der Malerei, digitaler Bilder (NFT’s), filigraner Skulpturen aus Papier, textiler raumgreifender Werke und einer Performance.

Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen aus der Corona-Schutzverordnung NRW konnte die im Januar 2021 geplante Ausstellung leider nicht stattfinden. Sie wurde auf den August verlegt. Wir sind hoffnungsvoll, dass sie im Sommer in der Ausstellungshalle des Kunst- und Kulturhauses der Gruppe Elf in Bochum stattfinden kann.

 

Welche Menschen haben sich mit Ihrem Projekt beschäftigt?

Das Projekt wurde von uns, Dr. Simone Neumann-Salva und Silvia Szlapka, durchgeführt.

Von Szlapkas vernetzten Künstler:innen haben sich fünf mit Antworten beteiligt. Zudem haben sich sieben Künstler:innen aus dem Umfeld der Kunstcommunity der Hive-Blockchain aktiv beteiligt. Des Weiteren wurde ein Kunstwerk Neumann-Salvas für die digitale Sammlung des NFT showrooms aufgekauft. Die entstandenen 8 Blogartikel hatten alle eine rege Leserschaft mit vielen Kommentaren und einer hohen Interaktion.

Dafür, dass die Ausstellung bislang noch gar nicht stattfinden konnte, haben wir über digitale/soziale Medien eine sehr hohe Rückmelde-Beteiligung zu den Kunstwerken und freuen uns, dass wir durch das Stipendium einen so großen Mehrwert stiften konnten.

 

Haben Sie bei Ihrer Arbeit Perspektiven für die Zukunft gewonnen?

Szlapka:Das Stipendium hat mir ermöglicht mich vermehrt mit Techniken auseinanderzusetzen, die in meinem prä-pandemischen Künstleralltag bislang keine große Rolle gespielt haben. Ich konnte mit Hilfe des Projektes die Coronazeit nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Herausforderung betrachten. Ich habe die Arbeit an dem Projekt „Covid is(s)t Kunst“ genutzt, um mich in meiner kreativen Arbeit neu aufzustellen (Onlineausstellungen, Videobeiträge in den sozialen Medien, Livevideos aus dem Atelier). Zudem konnte ich mich in neue Techniken einarbeiteten (Werkmaterialien sowie digitale Präsentationsmöglichkeiten: Filmschnittprogramme, Gimbal, etc.) und meine künstlerische Sprache erweitern.

 

Neumann-Salva: Obwohl ich mich schon seit einigen Jahren schreibend mit Blockchain Technologien und der dort wachsenden Kunstcommunity auseinandersetze, war die Entwicklung der Kunstwerke für „Covid is(s)t Kunst“ ein erneuter Ansporn sich stärker mit digitalen Formaten und hier vor allem den NFT’s auseinanderzusetzen. Ich habe kontinuierlich sowohl Prozess wie Ergebnisse von „Covid is(s)t Kunst“ in der Kunstcommunity der Blockchain Hive veröffentlicht und darüber viele Kontakte zu internationalen Künstler:innen und Kunstinteressierten erhalten. Beispielsweise wurde während des Corona-Lockdowns eine Online-Galerie für Cryptoart, der NFT showroom eingerichtet und somit nicht nur viele Kunstwerke digital erleb- und sammelbar gemacht, sondern auch die Vernetzung der Künstler:innen (und Sammler:innen) während des Lockdowns und darüber hinaus ermöglicht. NFT showroom ist ein gemeinschaftlich gestaltetes Projekt, das nicht nur dem Verkauf, sondern vor allem dem Austausch über Kunst dienen soll, weshalb ihm gleichzeitig ein digitales Museum angegliedert ist, in dem ein Teil der „Covid is(s)t Kunst“ Ausstellung nun dauerhaft zu finden ist.

 

 

Silvia Szlapka lebt im Ruhrgebiet. Sie lebt das Ruhrgebiet. Seine Menschen, seine Träume, seinen Wandel. Sie erschafft mit ihren Werken Momentaufnahmen eines kollektiven Ruhrgebietstraums: der furiose Skater im Sprung, Wartende am Dortmunder Hauptbahnhof, die Passanten einer Einkaufsstraße, Menschen wie wir sie jeden Tag in Duisburg, Bochum oder Wanne-Eickel entdecken können. Als Landmarken dazwischen eingestreute Bunker und Hallen, aber auch die Picknickidylle in den typischen renaturierten Parkanlagen des „Potts“. Alles wirkt spontan und lebendig, intensive Farben, ungewöhnliche Perspektiven und Details prägen ihre Malerei. Der Mensch steht immer im Zentrum der Bilder und wird entdeckt, nie entlarvt. In ihrer Einzigartigkeit rauschen die Menschen an uns vorbei. Obwohl festgehalten auf einer Leinwand, kann der Betrachter das Abgebildete nicht ergründen. Das vermeintlich simple der Alltagsdarstellung, erscheint auf dem zweiten Blick wie herausgerissen aus der Zeit. Die Geschichten der Menschen bleiben unentdeckt, müssen durch Erinnerungen und Gedanken des Betrachters gefüllt werden.

 

(Dr. Simone Neumann Salva)